Armee ohne Artillerie ?

Noch hat er nicht die beste Armee der Schweiz. Bundesrat Ueli Maurer will seine Armee redimensionieren. Angesichts der Finanzlage müsse auch die Artillerie, das schwere Geschütz, überdacht werden. «Von alten Traditionen Abschied zu nehmen und eine Armee in diesem Sinn zu modernisieren, kann durchaus faszinierend sein», erklärte Bundesrat Ueli Maurer in einem Interview mit dem «Bund» und dem «Tages-Anzeiger».

Maurer für Leopard-Panzer

Die Leopard-Panzer hingegen will Bundesrat Ueli Maurer noch nicht abgeschafft wissen, sie funktionierten noch «sehr gut». Erst nach Ablauf ihrer Betriebszeit werde sich die Frage nach ihrem Ersatz stellen.

Sparen will Maurer auch in der Verwaltung, wo im Bereich Verteidigung rund 9600 Angestellte arbeiten. «Es wird wohl in den nächsten 10 Jahren um mehr als 1000 Stellen gehen», droht Maurer.

Gleichzeitig versucht er die Diskussion um die Grösse der Armee zu entschärfen: «Man sollte sich nicht zu sehr auf die Zahlen fixieren, das sind Eckwerte.» Eine kleinere, gut ausgerüstete Armee sorge für ebensoviel Sicherheit wie eine grössere, die schlecht motiviert und nicht ausreichend ausgerüstet sei.

Kritik an Polizei

Die Polizei sei nicht im besten Zustand, sagt Maurer im Interview weiter. «Nehmen Sie das Beispiel des Bieler Rentners, der die Polizei tagelang in Atem hielt. Bereits drei Tage nach Beginn des Ereignisses wurde die Armee um Hilfe angefragt. Wegen eines 67-Jährigen, im zweitgrössten Kanton der Schweiz!»

Ein solches Hilfe-Gesuch habe er abgelehnt. Dies sei keine Armeeaufgabe gewesen. «Der Fall hat aber einmal mehr gezeigt, wie gering die Durchhaltefähigkeit der zivilen Behörden ist. Wir unterstützen das Grenzwachtkorps, bewachen Botschaften, begleiten Flüge, suchen Vermisste mit Wärmebildkameras.» Dies wären aber Aufgaben der Polizei und nicht der Armee.

Quelle: Fernsehen SF DRS

9.10.2010