Brittnau, Strengelbach und Zofingen forcieren die Zusammenarbeit der Oberstufe

Folterturm Zofingen 2012

Folterturm Zofingen 2012

Foto Res Kaderli

Da Brittnau und Strengelbach längerfristig nicht mehr genügend Schülerinnen und Schüler haben, um je eine eigene Oberstufe zu führen, sollen ab dem Sommer 2018 die beiden Oberstufen in Brittnau zusammengeführt werden. Spätestens ab 2027 soll die Vision eines regionalen Oberstufenzentrums in Zofingen umgesetzt sein.

Die Oberstufenstandorte Brittnau und Strengelbach sind nicht mehr zukunftsfähig. Um die Qualität des Schulbetriebs weiterhin sicherzustellen und Planungssicherheit zu gewährleisten, soll die Oberstufe spätestens ab 2027 in Zofingen konzentriert werden.

Der Grosse Rat erhöhte auf das Schuljahr 2016/2017 hin die Mindestschülerzahlen der Real- und Sekundarschule von 11 auf 13 respektive von 13 auf 15 Schüler. Es wird dadurch für viele Gemeinden zunehmend schwieriger, ihre Schulstandorte zu halten. Nur dank einer Ausnahmebewilligung können die zu kleinen SeReal-Klassen an den Oberstufenstandorten Brittnau und Strengelbach im Schuljahr 2017/2018 weitergeführt werden. Das kantonale Departement Bildung, Kultur und Sport hat aber klar signalisiert, dass diese Ausnahmebewilligung nur eine kurzfristige Lösung sein kann. Erschwerend zeichnet sich ab, dass in den kommenden Jahren die Schülerzahlen der SeReal in Brittnau und Strengelbach weiter sinken werden.

Vision regionales Oberstufenzentrum

Eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der beiden Gemeinden sowie aus Zofingen wurde beauftragt, eine zukunftsfähige Lösung zu suchen, welche insbesondere gegenüber den kantonalen Vorgaben Bestand hat. Die Arbeitsgruppe kam nach der Prüfung diverser Szenarien zum Schluss, dass eine sinnvolle, längerfristige Lösung nur heissen kann: "Integration der Oberstufe der beiden Standorte in die Oberstufe der Stadt Zofingen". Diese Vision wurde in einem konstruktiven und vertrauensvollen Prozess  entwickelt. Hinter der breit abgestützten Vision, die Oberstufe ab 2027 in Zofingen zu konzentrieren, stehen sowohl die Exekutiven wie auch die Schulpflegen und Schulleitungen der drei Gemeinden.

Bereits heute arbeiten die Gemeinden in verschiedenen Aufgabenbereichen zusammen. So beispielsweise Zofingen und Brittnau im Bereich Sozialdienst sowie Kinds- und Erwachsenenschutzdienst. Zudem besuchen die Jugendlichen aus Brittnau und Strengelbach in Zofingen die Bezirksschule. Nun soll die bestehende Zusammenarbeit noch intensiviert werden.

Strengelbach und Brittnau pflegen bei der Führung der Oberstufe bereits eine enge Zusammenarbeit, mussten aber feststellen, dass die kritische Grösse fehlt, um die gewünschte Qualität und Kontinuität gewährleisten zu können. Bereits heute müssen Schüler zwischen den Gemeinden hin und her geschoben und funktionierende Klassen auseinandergerissen werden. Von der Konzentration in Zofingen erhofft man sich deshalb Planungssicherheit für die Schüler, die Eltern und die Schule sowie durch die Grösseneffekte auch einen Qualitätsgewinn und ein vielfältiges Schulangebot (Freifächer usw.).

Mittelfristige Lösung mit SeReal-Standort Brittnau

Bis die Schülerinnen und Schüler der SeReal aus Brittnau und Strengelbach die Schule in Zofingen besuchen können, braucht es allerdings eine mittelfristige Lösung. Zofingen verfügt zurzeit nicht über den nötigen Schulraum für weitere Oberstufenschüler. Dieser ist einzig in Brittnau vorhanden. Deshalb ist dort ab dem Schuljahr 2018/2019 eine gemeinsame Oberstufe (SeReal) Strengelbach-Brittnau geplant. Zofingen wird für den Schülerausgleich sorgen. Davon werden alle drei Gemeinden profitieren. Die nötigen Schulverträge wollen die drei Gemeinden im Herbst 2017 ihren Gemeindeversammlungen beziehungsweise dem Einwohnerrat vorlegen.

Schulhaus mit Option auf Erweiterung

Der Grundstein für ein regionales Oberstufenzentrum in Zofingen wird mit dem Bau des Oberstufenzentrums Rebberg gelegt, über dessen Planungskredit der Zofinger Einwohnerrat am 26. Juni 2017 entscheiden wird. Da Zofingen bereits ab dem Schuljahr 2021/2022 der nötige Schulraum für sechs Klassen fehlt, muss der Bau des neuen Schulhauses am Rebberg zügig vorangetrieben werden. Das Schulhaus soll aber so konzipiert werden, dass ein nachträglicher Anbau für die Integration der SeReal-Schülerinnen und Schüler aus Brittnau und Strengelbach spätestens ab 2027 möglich ist. Die drei Gemeinden sind übereingekommen, die langfristige Lösung mit einem regionalen Oberstufenzentrum in Zofingen spätestens 2020 konkret anzugehen.

Quelle: Stadt Zofingen

21.6.2017