Kanonen für die Emirate aus dem Aargau

Eine der Kanonen, die in Sharja für Salutschüsse benutzt werden

Eine der Kanonen, die in Sharja für Salutschüsse benutzt werden

Ein Metallbauunternehmen aus dem Freiamt baut Kanonen für den Export in die Vereinigten Arabischen Emirate. Diese Arbeit macht Ringger Metallbau gerne, denn es handelt sich nicht um gewöhnliche Kanonen.

Wer hätte gedacht, dass in der Freiämter Gemeinde Arni Kanonen für die Vereinigten Arabischen Emirate gebaut werden? Die schweren 75-Millimeter-Kanonen sind aber keine gewöhnlichen Geschütze für den Krieg. Es handelt sich um Salutkanonen, die an das arabische Emirat Schardscha geliefert werden. Diese Kanonen, welche mit Kartuschen aus Knallpulver gefüllt werden können, werden zum salutieren abgeschossen und signalisieren so beispielsweise das Ende des Ramadan. Über eine Zielvorrichtung verfügen die Kanonen nicht und können somit nicht zum Kämpfen verwendet werden.

«Ein Auftrag wie jeder andere»

Gebaut werden die Kanonen vom Unternehmen Ringger Metallbau, das in Arni seinen Sitz hat und dort 13 Mitarbeiter beschäftigt. Der Bau der Kanonen ist keineswegs das Kerngeschäft von Ringger. Normalerweise baut das Unternehmen Anlagen oder macht Blecharbeiten, einen Unterschied dazu sieht Geschäftsführer Paul Ringger aber nicht: «Es ist ein Auftrag wie jeder andere, ob wir nun eine Kanone bauen oder ein anderes mechanisches Teil», sagt er gegenüber dem «Wohler Anzeiger». Schon 45 Kanonen konnte Ringger bauen, eine kostet zwischen 10'000 und 20'000 Franken.

Deutsche Kanonen in Saudi-Arabien

Die Kanonen baut Ringer im Auftrag der Firma FGS Frex. Deren Geschäftsführer Wolfhart Fritze brachte die Idee vor 40 Jahren aus dem Orient mit. Fritze, der damals mit der Saudischen Polizei zusammenarbeitete, bemerkte, dass diese für die Salutschüsse gefährliche, alte Vorderlader-Kanonen verwendeten. Fritze bot den Emiraten an, ein zuverlässigeres Modell zu bauen, ähnlich der Kanonen, welche die Bundesmarine verwendete - das Angebot stiess auf offene Ohren. Fritze lässt die Kanonen gerne in der Schweiz produzieren: «Wir schätzen bei Ringger die zuverlässige Lieferung und die hohe Qualität, vor allem die Austauschbarkeit der Teile ist wichtig bei der Ersatzteilversorgung. Da stellen unsere Kunden hohe Ansprüche.»

20.8.2012