Letztes Defilee der Infanterie in Aarau

«Wir lassen die Infanterie ungerne aus Aarau gehen.»

Franziska Roth, Regierungsrätin Aargau, Militärdepartement

Franziska Roth, Regierungsrätin Aargau, Militärdepartement

Franziska Roth, Regierungsrätin Aargau, Militärdepartement

Bild ZVG Kanton Aargau

Emotionaler Abschied: Die letzte Infanterie-Einheit verlässt Aarau und damit endet auch eine Ära, und zwar für immer.

Zur Geschichte der Infanterie in Aarau:

• Nach der Helvetik (1798-1803) wurde das eidgenössische Wehrwesen den Kantonen übertragen.

• Der Aargau musste damit selbst Soldaten rekrutieren und ausbilden.

• Er baute eine Kompanie auf, ein kleines Berufsheer.

• 1848: Bau der Kaserne in Aarau mit damals modernen militärischen Unterkünften.

• Militärhistorisch war der Aargau wichtig, nicht nur für die Infanterie, früher auch für die Kavallerie und Artillerie.

Ende einer Ära: Nun geht eine fast 170-jährige Geschichte zu Ende: Die Infanterie-Division zieht aus Aarau ab, für immer, nach Birmensdorf ZH. Ein emotionaler Tag für die Verantwortlichen in Aarau. Seit 1849 gab es Infanterietruppen in Aarau, sie gehören seit Langem zum Stadtbild. Nach dem Ende der Kavallerie 1972 folgt nun eine weiteres Kapitel der Aargauer Militärgeschichte. Ein «höchst emotionaler Moment» sagt Oberst Felix Huber, Kommandant des Durchdiener-Infanterie-Kommandos.

Festakt in Aarau: Militärverantwortliche, Regierungsrätin Franziska Roth und viele geladene Gäste haben den Abschied der Infanterie-Einheit am Mittwoch in Aarau gefeiert. Mit einem Defilee durch die Stadt, und einem Apéro im Kasernen-Areal wurde die Armee-Abteilung aus Aarau verabschiedet.

Das bleibt in Aarau: Das Militärspiel bleibt in Aarau. Im Mai 2018 kommt das Rekrutierungszentrum von Windisch nach Aarau. Ebenso kommt die Territorialdivision nach Aarau.

Quelle: SRF

21.9.2017

«Ein emtionaler Tag, die Soldaten fehlen»

Bernhard Widmer ist Kenner der Militärgeschichte, er hat das Buch «Helm auf! Das Wehrwesen im Aargau 1803-2003» verfasst. Der Abzug der Infanterie sei ein Verlust für den Aargau, auch staatspolitisch, sagt er im Interview mit SRF. Das Militär sei immer sichtbar gewesen in der Bevölkerung. Der Abzug verändere das Aarauer Stadtbild und die Sichtbarkeit der Armee verschwinde. Für ihn sei der Tag des Abschieds ein emotionaler Tag, Aarau ohne die Soldaten kaum denkbar. Aber es sei eine Zeiterscheinung, die Armee werde neu organisiert, der Entscheid sei nachvollziehbar. Der Aargau sei nach wie vor ein wichtiger Standort für die Armee, der Waffenplatz Brugg, jener in Bremgarten, das Logistikzentrum in Othmarsingen, die Armee ist weiterhin präsent.