Radio Argovia baut Stellen in der Redaktion ab

Screenshot Radio Argovia

Die Mitteilung: «Im Rahmen der neuen Organisation übernimmt Florian Wanner als Geschäftsführer die Leitung der Radio Medien AG und führt somit beide Radiosender (Radio Argvoia und Radio 24). AZ Medien und (der bisherige Argovia-Programmleiter) Roland Baumgartner definieren in den kommenden Wochen gemeinsam einen neuen Aufgabenbereich.»

Die Erklärung: Hinter dieser Medienmitteilung steht ein faktischer Abbau der Redaktion von Radio Argovia. Total wurde drei Redaktoren am Mittwoch die Kündigung erteilt, eine Person im Büro muss Argovia zudem verlassen. Das Marketing wird in Zürich konzentriert. Diese Massnahmen bestätigt nun auch die Kommunikationsstelle der AZ Medien auf Anfrage.

In Aarau bei Radio Argovia gibt es nur noch eine Events-Stelle. Zudem sollen zwei Redaktoren, die bisher im Team in Aarau stationiert waren, ins nationale Nachrichtenteam nach Zürich wechseln, so wurden die Mitarbeitenden am Mittwoch informiert, wie SRF weiss.

Der Grund: Die nationalen Nachrichten kommen künftig gänzlich aus Zürich, via Radio 24. Die regionalen Inhalte werden in Aarau produziert, in welcher Form ist laut AZ Medien noch offen. Wie sich das Informationsangebot konkret verändert, weiss man also noch nicht.

Damit verfolgen die AZ Medien ein ähnliches Konzept bei ihren Radiosendern wie der Tamedia-Konzern bei seinen Zeitungen: Nationale und internationale News kommen künftig aus einer Zentrale - für alle Sender gleich.

Die Rechnung: Zusätzlich gibt es eine neue Stelle im digitalen Bereich für beide Sender. Allerdings konzentrieren sich die digitalen Aktivitäten bisher nicht auf Informationsjournalismus, sondern auf den Unterhaltungsbereich.

Damit werden bei Radio Argovia und Radio 24 unter dem Strich 200 Stellenprozente abgebaut. Florian Wanner führt die Radio Medien AG, zu der beide Radios im Aargau und in Zürich gehören. Dies gilt bereits ab 1. Oktober.

Die Folgen: Die AZ Medien wollen gemäss Mitteilung «die regionale Berichterstattung stärken» durch eine Fokussierung der kleineren Regionalteams auf regionale Inhalte. Zudem wolle man «Synergien nutzen», künftig auch das «Sender-Portfolio» ausbauen.

Kurzfristig bedeutet das alles übersetzt: Radio Argovia wird noch etwas zürcherischer. Schon heute kommt ein Teil der Radionachrichten aus dem Studio von Radio 24 in Zürich. Und: Auch die AZ Medien sparen Geld und Personal im Bereich des Journalismus.

Quelle: SRF

29.9.2017