Schweizer Militärgeschichte: Bunker erwiesen sich als Besuchermagnet

Festung Hondrich

Festung Hondrich

Bild ZVG Festungsverein Hondrich

Fünf Festungen und Bunker standen den Besuchern offen. Das Interesse an den Objekten der Schweizer Militärgeschichte in Einigen, Hondrich und Krattigen war gross.

Man hätte am Samstag etliche komplette Bunkerbesatzungen zusammenstellen können, wenn man jeden Besucher gleich rekrutiert hätte: Das Interesse an den früher geheimen Anlagen in Einigen, Hondrich und Krattigen war erfreulich hoch, wie die drei Organisationen Festungsverein Hondrich, Infanteriefestung Berner Oberland und Artillerie-Fort Spiez-Krattigen Bilanz ziehen. Insgesamt konnten rund 700 Eintritte verzeichnet werden.

Zu besichtigen waren drei Infanteriebunker und die Sperrstelle Einigen-Kander, die auch erstaunlich viele unmittelbare Anwohner interessierten. Mehr als einmal war zu hören: «Jetzt wohne ich jahrelang hier und habe kaum gemerkt, dass da ein Bunker steht. Und drin war ich sowieso noch nie.»

In Einigen hätte ein möglicher Feind am Überschreiten der Kander gehindert werden sollen – mit Panzerabwehrkanonen und Maschinengewehren. Aus dem Hintergrund hätte das Artilleriewerk Krattigen auf die Sperre Einigen gewirkt.

Der private Besitzer öffnete die Waffenstellungen und die Stollen, in deren späterem Leben auch die geheime Widerstandsorganisation P-26 trainiert hatte. Das Werk ist mit seinem speziellen dreieckigen Grundriss und seiner Geschichte einzigartig.

1100 Besucher im Jahr

Das Kommando über die schweren Geschütze im Raum Thunersee hatte die Festung Heinrich. Die Betreiber dieses Kommandopostens feierten am Samstag auch gleich zwei kleine Jubiläen: Vor zehn Jahren hat der Festungsverein Hondrich den privaten Betrieb der Anlage übernommen.

Es dauerte sieben Jahre, bis die heutigen Besitzer die Festung endlich kaufen konnten. «Im Schnitt wurden seither 1100 Personen jährlich durch die langen Stollen im Hondrichhügel geführt», erklärte Vereinspräsident Hansueli Frei den Gästen.

Aktuell hat die Organisation über 80 Mitglieder. Das zweite Jubiläum war der Baubeginn der Anlage im Herbst vor genau 75 Jahren, mitten im Zweiten Weltkrieg.

Das Fazit des Berner Oberländer Festungstages: Mit den erwähnten 700 Besuchern sind die Organisatoren sehr zufrieden. Eine Neuauflage des Anlasses im nächsten Jahr – zum Beispiel in den Bunkern und den Festungen auf der rechten Thunerseeseite – ist denkbar.

Quelle: Langenthaler Blatt

9.9.2016