Will Maurer die Patrouille Suisse doch erhalten?

Die Kunstflugstaffel der Armee solle es auch nach der Ausmusterung des Tiger F-5 in drei Jahren noch geben, sagt Bundesrat Ueli Maurer in einem Interview.

Kehrtwende in der Diskussion um die Abschaffung der Patrouille Suisse, der Kunstflugstaffel der Schweizer Armee: Verteidigungsminister Ueli Maurer will die Formation auch nach der Ausmusterung des Tiger F-5 in rund drei Jahren aufrechterhalten, wie er im Interview mit der Zeitung «Nordwestschweiz» sagt (Artikel online nicht verfügbar). Neu sollen F/A-18-Jets oder der Gripen E die Kunstflugformation bilden.

Allerdings: Die Flugzeuge werden nicht bemalt. Der Grund: Die Armee verfügt nicht mehr über genügend Flugzeuge. «Künftig haben wir – Gripen und F/A-18 zusammengezählt – nur noch 55 Flugzeuge. Davon können wir unmöglich zehn Stück bemalen lassen», sagt Maurer. «Wir brauchen diese Flugzeuge für militärische Einsätze.» Früher sei die Bemalung bei Beständen von über 250 Flugzeugen problemlos möglich gewesen.

Die Reaktionen auf das mögliche Aus für die Patrouille Suisse hätten ihn überrascht, sagte Maurer. «Es ist ja schon seit Monaten klar, dass mit der Ausmusterung der Tiger F-5 die Patrouille Suisse in ihrer heutigen Form nicht mehr bestehen wird.»

«Kein Zusammenhang mit Gripen-Kauf»

Einen Zusammenhang mit dem geplanten Kauf von 22 schwedischen Gripen-Jets stellt Maurer indes in Abrede. Die Patrouille Suisse soll es selbst dann noch geben, wenn Parlament oder Volk den Deal mit Schweden ablehnt. Es sei daher noch nicht geklärt, mit welchem Flugzeugtyp künftig Formationsflüge geflogen werden sollen. Das könne sowohl der Gripen als auch der F/A-18 oder gar beide zusammen sein.

Am Donnerstag diskutiert die Sicherheitspolitische Kommission des Ständerats erneut den Kauf der neuen Kampfflugzeuge. Beobachter gehen davon aus, dass sich die Kommission und in der Frühlingssession auch der Ständerat hinter Ueli Maurer stellen wird. FDP und CVP dürften nach anfänglicher Skepsis nun für den Kauf sein. SP und Grüne lehnen das Rüstungsgeschäft hingegen weiterhin klar ab.

19.2.2013