Yolanda M. nimmt die eigene Bank in Zofingen aus

Bild ZVG AKB

Diese Frau scheint unbelehrbar. Mehrmals nimmt Yolanda M. (43) ihre Arbeitgeber aus. Zuletzt erleichterte sie ihre eigene Bank, die Aargauische Kantonalbank in Zofingen um 660’000 Franken. Dafür muss die Entlebucherin jetzt für 33 Monate in den Knast.

Auf dem Banner am Gerüst steht: «Der Standort Zofingen hat bei uns Tradition. Wir bauen für Sie um! Auch während der Bauzeit sind wir jederzeit für Sie da. Aargauische Kantonalbank.»

Die Bank würde mit dem Umbau wohl auch gerne eine ärgerliche Geschichte auslöschen. Komplett. Denn: Ihre Ex-Angestellte Yolanda M.* (43) hat 660’000 Franken veruntreut. Und muss nun 33 Monate in den Knast.

Arbeitszeugnis gefälscht

Laut «Zofinger Tagblatt» hat die Bankerin schon drei Mal einen Arbeitgeber um sein Geld betrogen. Beim vorletzten, einer Bank im Kanton Zürich, waren es 100’000 Franken. M. erhielt da zwar ein Arbeitszeugnis. Nur: In einer Passage stand, dass ihr strafrechtlich relevantes Fehlverhalten vorgeworfen wird.

Dreist: Yolanda M. fälscht im Jahr 2007 das Zeugnis. Und erhält im März 2008 den Job bei der Bank in Zofingen. Wenige Monate später muss sie wegen der Sache mit dem Ex-Arbeitgeber vor Gericht. Doch sie sagt dort nicht, dass sie bei einer neuen Bank arbeitet. Sie sagt, sie habe sich jobmässig neu orientiert. Urteil: 15 Monate Knast – bedingt.

Eigene Bank ausgenommen

Problem: Der Ex-Arbeitgeber will den ersten Teil des Geldes zurück. Jetzt fälscht M. in der Bank in Zofingen Vergütungsaufträge, Kreditverträge, Auszahlungsbelege, Buchungsanzeigen – und immer wieder Unterschriften von Kunden und Vorgesetzten bei Belegen. Vom Geld zahlt sie Schulden, Möbel, einen Audi und Shoppingtouren.

Dann macht sie Fehler und fliegt Ende 2013 auf. Neun Monate sitzt sie in U-Haft, gibt 51 Fälle zu. Weil die Aargauische Kantonalbank für die Schäden aufkommt, ist die Summe am Ende rund 660’000 Franken hoch. Zu BLICK kommentiert die Bank den Fall nicht.

Drei Mal den Prozess geschwänzt

Vor Bezirksgericht Zofingen erscheint M. zwei Mal nicht. Für den dritten Prozess lässt sie sich dispensieren. Sie gibt an, sie habe eine neue Arbeit im kaufmännischen Bereich. Sie könne Schulden und ihrem Ex-Arbeitgeber 2000 Franken pro Monat abzahlen. Der Oberstaatsanwalt warnt: «Sie ist eine Wiederholungstäterin.»

Das Gericht verurteilt M. zu drei Jahren und sechs Monaten – unbedingt! Die U-Haft wird abgezogen. Zudem darf sie drei Jahre lang nicht im Finanz- und Verkaufsbereich arbeiten.

Drückt sie sich vor der Haft?

Für BLICK war Yolanda M. nicht zu erreichen. An ihrem Wohnort in Willisau LU wurde sie in letzter Zeit kaum gesehen. Ein Nachbar: «Vielleicht ist sie ins Ausland?»

Sollte Yolanda M. das Urteil nicht weiterziehen, erhält sie einen Hafttermin. Falls sie dann auch nicht aufkreuzt, wird sie zur Verhaftung ausgeschrieben.

Quelle: BLICK

27.8.2017