Zofingen: Neue Regelung für die Finanzierung der Kinderbetreuung und den Ausbau der Tagesstrukturen

Der Stadtrat Zofingen möchte Betreuungsgutscheine einführen, um einen flächendeckenden, einheitlichen Zugang zur familien- und schulergänzenden Kinderbetreuung sicherzustellen. Ausserdem soll das Angebot an Tagesstrukturen auf das Schuljahr 2017/2018 bedarfsgerecht erweitert werden. Der Stadtrat beantragt dafür beim Einwohnerrat auf die Sitzung vom 28. November 2016 Nachtragskredite im Rahmen von insgesamt 171‘330 Franken.

Auf dem Gemeindegebiet von Zofingen befinden sich aktuell vier Kindertagesstätten. Ihre Betreuungsplätze wurden bisher auf freiwilliger Basis von der Einwohnergemeinde Zofingen subventioniert, wenn auch in unterschiedlicher Weise und nur zum Teil. Zur Attraktivitätssteigerung der Stadt will der Stadtrat Zofingen das bestehende Angebot an Tagesstrukturen bedarfsgerecht ausbauen, wie von der FDP-Fraktion schon seit langem gefordert. Zudem will er Betreuungsgutscheine als einheitliches Finanzierungsmodell einführen. Mit dessen Überarbeitung wurde abgewartet, bis das neue kantonale Kinderbetreuungsgesetz vorlag. Dieses ist nun seit August 2016 in Kraft und muss spätestens auf das Schuljahr 2017/2018 umgesetzt werden. Die Stadt Zofingen ist damit verpflichtet, den Zugang zu einem bedarfsgerechten Angebot an familien- und schulergänzender Kinderbetreuung von Kindern bis zum Abschluss der Primarschule auf das Schuljahr 2018/2019 sicherzustellen. Die bisherigen Ansätze sind mit dem neuen Kinderbetreuungsgesetz nicht mehr kompatibel.

Gleichbehandlung dank Betreuungsgutscheinen

Mit der Einführung von Betreuungsgutscheinen sollen anspruchsberechtigte Eltern künftig zu gleichen Bedingungen bei allen Kindertagesstätten und den schulischen Tagesstrukturen eine finanzielle Unterstützung der öffentlichen Hand erhalten. Das Modell der Betreuungsgutscheine wurde bereits in zahlreichen Städten erfolgreich eingeführt und überzeugt mit seiner einfachen, marktwirtschaftlichen Logik und Transparenz. Die Unterstützung bemisst sich an der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Eltern.

Bedarfsgerechter Ausbau der Tagesstrukturen

2009 startete das Pilotprojekt „Tagesstrukturen Spittelhof“, ein Betreuungsangebot für Primarschulkinder. Dieses hat sich bewährt und soll nun in den Regelbetrieb überführt werden. Ausserdem sollen ab Sommer 2017 an der Rebbergstrasse 2 in Zofingen 14 zusätzliche Plätze angeboten werden können. Weiter ist vorgesehen, dass der Mittagstisch für die Schülerinnen und Schüler des Gemeinde- und Bezirksschulhauses künftig an fünf anstatt wie bis anhin an vier Tagen pro Woche zur Verfügung steht.

Der Stadtrat Zofingen beantragt beim Einwohnerrat auf die Sitzung vom 28. November 2016 die Einführung dieser Neuerungen einschliesslich des Modells Betreuungsgutscheine für eine einheitliche Finanzierung der familien- und schulergänzenden Kinderbetreuung auf Beginn des Schuljahrs 2017/2018. Nötig sind dafür Nachtragskredite zum Budget 2017 von insgesamt 171‘330 Franken sowie zusätzliche personelle Ressourcen von 35 Stellenprozenten für Leitungsaufgaben und Administration in den Bereichen Bildung und Soziales der Stadtverwaltung.

Der Stadtrat ist überzeugt, dass sich die Investition lohnt, denn: Eine gut geregelte familien- und schulergänzende Kinderbetreuung trägt gemeinsam mit anderen Faktoren wie etwa dem Steuersatz, dem verfügbaren Wohnraum oder einer guten Verkehrsanbindung zum positiven Bild der Stadt Zofingen bei.

Quelle: Stadt Zofingen

4.11.2016