Zusammenschluss mit Zofingen: Suhrentaler wehren sich gegen Kanton

Der Gemeindeverband Bevölkerungsschutz Region Suhrental-Uerkental wehrt sich gegen die Absicht des Kantons, ihn mit Zofingen und «Wartburg» zusammenzuschliessen.

Die Suhrentaler und Uerkentaler Bevölkerungsschützer halten nichts von einer Vergrösserung ihres Gemeindeverbands. Das taten die Abgeordneten an ihrer Versammlung am Mittwoch dezidiert kund. Damit wehren sie sich gegen die Intention des Kantons, der bis Ende 2019 seine 22 Zivilschutzorganisationen auf deren 11 reduzieren will. Für den Bezirk Region Zofingen bedeutete dies ein Zusammenschluss der drei Organisationen Zofingen, Wartburg (Aarburg/Oftringen) und Suhrental-Uerkental.

Ein Zusammengehen der Organisationen auf Vertragsbasis wurde unter den Gemeindeammännern der betroffenen Gemeinden vordiskutiert. Die Suhrentaler sind nicht glücklich. Verbandspräsident Daniel Zünd, Gemeindeammann von Safenwil, machte klar: «Unser Verband hat kein Interesse, in einer grösseren Organisation aufzugehen. Wir haben mit der Fusion von Uerkental und Suhrental vor fünf Jahren die Hausaufgaben gemacht. Jetzt gilt es, das Erreichte zu konsolidieren. Wir sind verantwortlich für die Sicherheit in unserem Gebiet. Das Zusammenwachsen ist gelungen; man kennt und schätzt einander.»

Grösse «ausgereizt»

Dem Gemeindeverband Suhrental-Uerkental gehören 16 Gemeinden zwischen Muhen und Bottenwil, Schmiedrued und Safenwil an, also Suhrental, Uerkental und Ruedertal. «Wir sind für 27 000 Einwohner zuständig und verfügen über 330 Zivilschützer», sagt der Chef des Regionalen Führungsorgans, Ivo Laib. Für ihn ist die Nähe im ursprünglichen Sinne der Nachbarschaftshilfe ein Hauptargument gegen einen grösseren Verbund. Komme dazu, dass zwangsläufig Leistungen abgebaut werden müssten: «Die vier Wiggertaler Gemeinden haben mit 75 000 Einwohnern 750 Mann; wir sind also pro Kopf der Bevölkerung allein besser bestückt.» Die Grösse sei «für vernünftige Dienstleistungen ausgereizt».

Treffpunkte in jeder Gemeinde

Letztes Jahr habe es keine Hilfebegehren gegeben, sagt Seiler. Die Organisation kam in den letzten Jahren beim Abpumpen von Wasser in Attelwil zum Einsatz, als im Mai 2015 starke Regenfälle eine Überschwemmung zu verursachen drohten. 2011 machte ein Hangrutsch einen Einsatz nötig, 2008 eine Gasexplosion in Safenwil. Auch bei Stürmen (Räumungsarbeiten), Dürreperioden, aber auch bei akuten Flüchtlingswellen (Einrichten von Not-Unterkünften) können die Zivilschützer aufgeboten werden. «Ich wünschte mir, dass die Feuerwehr früher Zivilschutz-Unterstützung anfordert», sagt Albin Seiler. Übung macht den Meister. Und er weiss: Einsätze motivieren.

Quelle: Aargauer Zeitung

1.7.2017