Schweizer Luftwaffe investiert in den Klimaschutz

Wer fliegen will, muss den Mut haben, den Boden zu verlassen.

Walter Ludin

Die Raum- und Umweltstelle der Luftwaffe investiert ein Prozent der jährlichen Treibstoffkosten der Luftwaffe in innovative und nachhaltige Projekte. Das Projekt «Ein Flugzeug – ein Baum» beabsichtigt, die Kohlendioxid-Emissionen von jedem Einsatzmittel der Luftwaffe symbolisch durch die Pflanzung von Bäumen auf den Arealen der Luftwaffe zu kompensieren. Bei 205 Einsatzmitteln waren dies 205 Bäume. Dieses Projekt wird nach zwei Jahren erfolgreich abgeschlossen. Alle Standorte der Luftwaffe haben mit der Pflanzung von Ahornbäumen, Linden, Eichen, Edelkastanien und verschiedenen Obstbäumen zum Erfolg dieses Projektes beigetragen.

An einem sonnigen Frühlingsmorgen Anfangs April 2016 fand der erste Spatenstich auf dem Waffenplatz Kloten-Bülach statt. Mit viel Kraft und Freude schaufelte ein lokales Gartenbauunternehmen die Löcher für zwanzig einheimischen Linden, Ahorne und Eichen. Danach wurden die jungen Bäumchen, welche nach etwa 8 Jahren Aufzucht in der Baumschule einen Stammdurchmesser von 14-18cm vorwiesen, fachgerecht gepflanzt. Mit dabei war nebst dem Raum und Umwelt Team auch die LBA, welche das Gedeihen der Jungbäume sicherstellen wird, sowie die Raum und Umwelt Supporter des Waffenplatzes, welche die Arbeiten vor Ort koordinierten. Um Nutzungskonflikte oder gar eine Erhöhung des Vogelschlagrisikos zu vermeiden, wurden die Baumpflanzungen mit dem Einverständnis der armasuisse sowie des jeweiligen Flpl/Wpl Kdt LW realisiert. Bei der Wahl der Baumart wurde darauf geachtet, dass die Umweltverhältnisse (Klima, Boden, Exposition usw.) des jeweiligen Standortes zu den Wachstumsbedingungen des Baumes passen. Die Pflanzung von Nussbäumen kam auf den Flugplätzen nicht in Frage, da Krähen die Nüsse mit Vorliebe auf die Flugpiste fallen lassen, um sie zu knacken.

Der 205. Baum wird nun diesen Herbst auf dem Militärflugplatz Locarno gepflanzt. Damit die Bäumchen gedeihen, werden sie im nächsten Jahr einen fachgerechten Aufbau- und Erziehungsschnitt erhalten und bei Bedarf mit Wasser und Dünger genährt. Die Verankerung und der Stammschutz wird regelmässig kontrolliert werden. Diese Unterhaltsarbeiten werden von der LBA übernommen, in einigen wenigen Fällen schloss die RU-Stelle LW jedoch mit den jeweiligen Gartenbauunternehmen einen dreijährigen Pflegevertrag ab. Schon nach wenigen Jahren werden die Bäume am neuen Standort fest verankert und alleine überlebensfähig sein.

Der unbezahlbare Wert eines Baumes

Jeder Baum stellt für die Umwelt unzählige und unbezahlbare Dienstleistungen bereit, welche die Kosten und den Aufwand für die Pflanzung und Pflege um ein vielfaches überwiegen. Zum Beispiel speichert eine 35 Meter hohe und 100 Jahre alte Buche in ihrem Holz ungefähr 3500 kg CO2 und produziert jedes Jahr zirka 4600 kg Sauerstoff – damit können 13 Menschen ein ganzes Jahr lang atmen. Ein einziger Baum verdunstet bis zu 500 Liter Wasser am Tag und kühlt so die Umgebungsluft merklich ab. Zudem filtert ein Baum jährlich mehrere Tonnen Schmutzpartikel aus der Luft. Die 205 Bäume der LW werden das Landschaftsbild langfristig über Generationen prägen, unser Wohlbefinden stärken und tausenden von Lebewesen Schutz, Nahrung und Freude bereiten. 

Quelle: Schweizer Armee

Bilder: ZVG Schweizer Armee

10.11.2017